Vegane Erfahrungen

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Auf Drängen meiner Frau esse ich seit ein paar Monaten kein Fleisch mehr, da eine fleischarme Diät angeblich bei Diabetes gesünder ist.

Nachdem ich aber kein Hase oder Rindvieh bin 😉, habe ich mich ziemlich schnell nach Alternativen umgesehen, die einen fleischähnlichen Genuss versprechen.

Meine Schlußfolgerung: vieles davon ist durchaus genießbar, auch wenn die wenigsten Produkte auch nur annähernd an das herankommen, was sie zu imitieren versuchen.

Am besten klappt das bei Schnittkäse [1]; Produkte von z.B. Bedda und Violife kann ich mir durchaus als dauerhaften Ersatz vorstellen.

Bei Weichkäse habe ich nur einen gefunden, der als Camembert-Imitat an das Original herankommt: Bedda Come on Bert [2].  Andere Camembert-Imitate [3] sind mir zu weich, mehr wie Streichkäse.

Brotaufstriche wie Simply V Streichgenuß ist auch sehr gut, und ich gehe davon aus, daß das auch auf die meisten anderen Frischkäse-Imitate zutrifft. Vegavita [4] hat diverse Aufstriche wie ZwiebelschmalzLiptauerHummus, usw., die auch sehr gut sind.

Bei Wurstimitaten fand ich nur wenige Produkte so gut, daß ich mir ebenfalls vorstellen kann, sie dauerhaft in meine Diät einzubinden:

  • Vantastic Veganer Leberkäs
  • Rügenwalder Vegane Mühlensalami
  • Wheaty Veganer Dry-Aged Aufschnitt

Fleisch-Imitate:

Diverse vegane Schnitzel-, Cordon Bleu-, Chicken Nuggets-, und Fischstäbchen-Imitate von verschiedenen Anbietern sind m. E. ähnlich genießbar wie ihre Vorbilder[5], und ich kann mir vorstellen, einige davon auch nach dem Ende meiner erzwungenen vegetarischen Phase zu essen.

Steak– und Faschiertes/Hackfleisch-Imitate enttäuschen dagegen, besonders wenn man sie tatsächlich mit echtem Fleisch vergleicht; als Gemüseprodukte deklariert sind manche davon durchaus genießbar.

Die größte Enttäuschung waren vegane Speck-Imitate; die sind einfach eine homogene Masse aus irgendeinem Eiweiß und Fett, in längliche Scheiben geschnitten und in Streifen rosa und weiß eingefärbt. Nichts von dem Biß oder der „Haptik“ von echtem Speck.

Viele vegane Ersatz-Produkte haben auf den Händler-Seiten und in einschlägigen Foren so begeisterte Kundenbewertungen, daß ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, daß sich diese Leute selbst einreden müssen, daß das alles so gut oder sogar besser schmeckt als echte Fleisch- und Milchproduke, oder aber daß sie total gestörte Geschmacksnerven haben. Wobei mich gar nicht stört, daß es ihnen schmeckt, sondern daß sie sich in Lobeshymnen ergehen, wie sehr nach Fleisch das Zeug doch schmeckt.

Ich habe dem Drängen meiner Frau nachgegeben, weil ich derzeit bettlägrig bin und daher von dem abhängig bin, was sie mir serviert; sobald ich wieder etwas mobiler bin werde ich wahrscheinlich wieder mehr Fleischprodukte essen, wenn auch nicht mehr so viel wie früher, weil mir manche Dinge doch sehr abgehen[6], und diese ganzen Ersatzprodukte doch wesentlich teurer sind als die Originale.

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  1. wahrscheinlich auch bei geriebenem Käse, hab ich noch nicht ausprobiert[]
  2. auf Basis von Kartoffelstärke und -eiweiß sowie Rapsöl[]
  3. meist auf Cashew-Basis[]
  4. Billa Eigenmarke[]
  5. Fertig-Schnitzel aus dem Supermarkt sind ja, im Gegensatz zu dem, was man zu Hause macht, nicht aus einem Stück Fleisch, sondern aus geshreddertem und wieder in Form gepreßten Fleisch, ähnlich wie Chicken Nuggets oder Fischstäbchen[]
  6. Dürre, Burenwurst, Käsekreiner, Salanettis[]
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Die Attraktivität Post-Evangelikaler Theologie

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In einem Blog-Beitrag auf „Jesus.de“ faßt der (leider ungenannte) Autor zwei Artikel zusammen (ein dritter ist angekündigt), die Markus Till auf seinem Blog „Aufatmen in Gottes Gegenwart“ veröffentlicht hat:

In der Zusammenfassung wird Markus Till zitiert, „Viele beklagen nachvollziehbar, dass sie ihr evangelikales Umfeld als überaus eng erlebt haben“, und das bezweifle ich auch gar nicht.

Aber da müßte man dann mal analysieren,

  1. wie weit diese erlebte Enge einfach daher rührt, daß sich der Mensch in seiner sündigen Natur nicht gerne einengen läßt, auch nicht von Gottes Geboten, und
  2. wie weit diese erlebte Enge daher rührt, daß die “Freiheit eines Christenmenschen” in manchen evangelikalen und fundamentalistischen Kreisen tatsächlich nicht existiert oder biblisch unzulässig eingeschränkt wird. So sagt Paulus, „Mir ist alles erlaubt, aber es frommt nicht alles,“ und wenn manche Christen oder Gemeinden alles verbieten, was ihrer Meinung nach „nicht frommt,“ dann ist das zwar wohl gut gemeint, aber biblisch unzulässig.

Gegen das erstgenannte Erlebnis der Enge können nur die Betroffenen selbst, in Offenheit für den Heiligen Geist, etwas unternehmen; die andere Enge zu vermeiden und tatsächlich unsere Freiheit in Christus hochzuhalten, liegt in der Verantwortung der Kirchen und Gemeinden sowie jedes einzelnen Christen.[1]

Ich hoffe, daß sich Till in einem weiteren Artikel damit auseinander setzt und praktische Vorschläge entwickelt, wie Gemeinden eine solche unzulässige Enge vermeiden können, ohne das Evangelium und das evangelikale Schriftverständnis zu verlassen und zu verraten.

 

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  1. Ein Kommentar zu diesem Beitrag auf Facebook lautete, „Ist es nicht dieses Schriftverständnis, das die Enge bedingt? Orientierung am geschriebenen Wort statt am lebendigen Christus.“ Ein verständlicher Einwand, aber letztlich ist das geschriebene Wort der einzige objektive Weg, den lebendigen Christus zu kennen, und eine gewisse Enge ist notwendig, wenn sich nicht alles in Beliebigkeit auflösen soll. Ich warne hier vor einer Enge, die über die Heilige Schrift hinausgeht.[]
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ChatGPT: Sperre oder Verbot wäre ein Armutszeugnis

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Wenn es in Österreich zu einer Sperre von ChatGPT oder ähnlichen Anwendungen kommen würde, wie sie in Italien bereits verfügt wurde, und wie sie in der heutigen 8-Uhr-ZIB auch für Österreich als Möglichkeit angedeutet wurde, dann werde ich diese Sperre selbstverständlich mittels VPN umgehen und solche Tools weiterhin verwenden.

Eine Sperre bzw. ein Verbot wäre der absolut falsche Ansatz; das ist etwas, das wir von autoritären und diktatorischen Regimes kennen und erwarten, nicht in einem liberalen westlichen Land.

Eine Regulierung zum Schutz z.B. von Kindern und Jugendlichen wäre etwas anderes; ein Verbot, um generell leichtgläubige, erwachsene Menschen zu schützen, geht zu weit –  da sollte man mehr Aufwand treiben, um solche Menschen zu informieren, und letztlich müssen diese auch selbst Verantwortung für ihre Leichtgläubigkeit übernehmen.

Eine Sperre von KI-Anwendungen wegen der Gefahr des Mißbrauchs käme einem Verbot der Fotografie gleich, weil diese zur Herstellung von Kinderpornografie verwendet werden kann, oder einem Verbot von Autos, weil man damit jemanden niederfahren kann. Es stellt ein Armutszeugnis für Politik und Verwaltung dar, wenn man Dinge generell verbietet, statt lediglich deren Mißbrauch zu verbieten und zu verfolgen.

Schund- und Boulevardpresse sowie demagogische Politiker manipulieren leichtgläubige Menschen in großem Ausmaß, trotzdem bleiben sie von Politik und Justiz weitgehend unbehelligt, weil ein Verbot oder auch eine Regulierung unerlaubte Einschränkung der Meinungs- Rede- und Pressefreiheit wäre; eine Sperre oder ein Verbot von KI-Anwendungen wäre ebenso ein Angriff auf die Meinungs-, Rede-, und Forschungsfreiheit, und davor sollten wir uns hüten.

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Frau Mikl-Leitner’s armselige Partner

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Mit ihrem geschlossenen Auszug aus dem Parlament vor der Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selensky hat sich die FPÖ heute – wieder einmal – ein Armutszeugnis ausgestellt.[1]

Den Unterschied zwischen Täter und Opfer zu verwischen und einem „Frieden“ das Wort zu reden, bei dem der Angreifer behält, was er sich unrechtmäßig genommen hat, ist weder neutral noch demokratisch; das ist ein von Feigheit geprägtes und unmoralisches (Miß-)Verständnis von Neutralität.[2]

Frau Mikl-Leitner, mit Unterstützung solcher „Partner“ lassen Sie sich ins Amt wiederwählen?[3] Mit solchen „Partnern“ wollen Sie regieren? Mit solchen „Partnern“ verbindet Sie ein „gewisses Grundvertrauen“?[4]

Ich schäme mich für Sie, nachdem Sie es offensichtlich nicht tun.


Das Bild oben zeigt einige der leeren Plätze der FPÖ-Abgeordneten, die zu Beginn von Selenskyjs Ansprache aus braunen Papiersackerln Tafeln mit der Aufschrift “Platz für Frieden” und “Platz für Neutralität” hervorholten, die sie vor sich auf den Pulten platzierten. Dann verließen sie geschlossen den Saal und kamen auch nicht wieder zurück, als Selenskyj über die Kriegsverbrechen Russlands in seinem Land Bericht erstattete.

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  1. Bericht DER STANDARD . Die sozialdemokratischen Abgeordneten, die demonstrativ abwesend waren, sind natürlich um keinen Deut besser.[]
  2. Die österreichische „immerwährende Neutralität“ wird im Neutralitätsgesetz vom 26. Oktober 1955 wie folgt definiert:
    (1) Zum Zwecke der dauernden Behauptung seiner Unabhängigkeit nach außen und zum Zwecke der Unverletzlichkeit seines Gebietes erklärt Österreich aus freien Stücken seine immerwährende Neutralität. Österreich wird diese mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln aufrechterhalten und verteidigen.
    (2) Österreich wird zur Sicherung dieser Zwecke in aller Zukunft keinen militärischen Bündnissen beitreten und die Errichtung militärischer Stützpunkte fremder Staaten auf seinem Gebiete nicht zulassen.</br /> Die österreichische Neutralität ist also eine militärische, nicht eine politische oder moralische Neutralität.[]
  3. Nachdem die ÖVP bei der Landtagswahl 2023 die absolute Mehrheit verloren hat, und danach Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ gescheitert sind, haben ÖVP und FPÖ zwar keine Koalition, wohl aber ein Arbeitsübereinkomnen geschlossen, nach dem, unter anderem, die FPÖ zwar nicht für Mikl-Leitner als Landeshauptfrau  gestimmt hat, aber auch nicht gegen sie, wodurch die Stimmen der ÖVP ausreichten, um Mikl-Leitner wiederzuwählen.[]
  4. Bericht auf ORF NÖ[]
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Viele Öffnungen, viele Höhlungen

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  • Trigger-Warnung: In diesem Beitrag werden auch Körperfunktionen erwähnt, was manche Leser vielleicht unangenehm berühren könnte. 

Vor vielen Jahren habe ich über dem Waschbecken im Toiletten-Vorraum einer betont Israel-affinen christlichen Gemeinde einen Text gefunden, über den ich zunächst geschmunzelt habe, der mir aber bei näherer Betrachtung als durchaus dem Ort angemessen erschien.

Es handelt sich dabei um diesen als Ascher Jazzar bekannten Segensspruch (Bracha oder Beracha, Mehrzahl Brachot – hebr. ברכה, jiddisch: Broche), den fromme Juden angehalten sind, nach jedem Urinieren oder Stuhlgang zu sprechen, und der auch als Teil des Morgengebets Schacharit im Sid33dur (jüdisches Gebetsbuch) zu finden ist:

Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt,
der den Menschen gebildet mit Weisheit
und an ihm erschaffen viele Öffnungen,
viele Höhlungen.
Offenbar und bekannt ist es
vor dem Thron deiner Herrlichkeit,
daß, wenn eine von ihnen offen
oder eine von ihnen verschlossen bliebe,
es nicht möglich wäre zu bestehen
und vor dich hinzutreten.
Gelobt seist du, Ewiger,
der da heilt alles Fleisch und wunderbar wirkt.

Momentan bin ich, zuerst wegen einer Operation in der Leistengegend, und danach wegen der daraus resultierenden Atrophie meiner Beinmuskeln, bereits seit fast elf Monaten bettlägrig, und habe deshalb einen Harnkatheter. Normalerweise funktioniert der ziemlich problemlos, er muß halt alle zwei Monate ausgewechselt werden, und manchmal verstopft er sich, dann muß er auch außerplanmäßig ersetzt werden. Das ist mir bis vor drei Wochen etwa viermal passiert – in etwa neun Monaten.

Am 21. Februar war der letzte planmäßge Katheterwechsel, und seither war ich bereits sechsmal mit einem verstopften Katheter in Mistelbach im Spital. zuletzt zweimal innerhalb von 12 Stunden. Das war ganz besonders unangenehm:

Schon das Warten auf die Rettung und dann der Transport ins Krankenhaus gegen 5:45 Uhr waren sehr unangenehm, weil sich die Blase immer mehr füllte; dort mußte ich dann in der Unfallambulanz (weil die Urologieambulanz zu der Zeit nicht geöffnet ist) warten, bis der diensthabende Urologe Zeit hatte, sich um mich zu kümmern. In dieser Zeit wurde mein Harndrang immer unangenehmer und schließlich schmerzhaft. Gegen 6:45 wurde mir schließlich gesagt, daß kein Urologe kommen würde, sondern ich in die Urologiambulanz gebracht werden würde. Das hieß, mit einer zunehmend schmerzhaften Blase weiter zu warten – zunächst bis zur Öffnungszeit der Urologie um 7:00 Uhr, dann weiter, bis die Urologie-Mannschaft um 7:15 Uhr aus der Schichtwechsel-Dienstbesprechung kam. Endlich Erleichterung! Der Wechsel ging dann sehr schnell, danach mußte ich eine weitere halbe Stunde auf den Heimtransport warten – aber da hatte ich zum Glück keine Schmerzen mehr.

Inzwischen mache ich, je nach Bedarf, mindesten zweimal am Tag eine Katheterspülung mit einer Kochsalz- oder Zitronensäure-Spülung, und obwohl man schon spürt, daß die Blase eigentlich nicht dafür gemacht ist, von dieser Seite befüllt zu werden, ist es doch wesentlich weniger schmerzhaft, wenn es dort nicht abfließen kann.

Normalerweise verschwende ich ja auf Körperfunktionen wie Urinieren kaum einen Gedanken, aber in meiner derzeitigen Situation muß ich immer wieder an Psalm 139, 14 denken:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Genau das Gleiche drückt Ascher Jazzar mit ein paar mehr Wörtern aus, und man belächelt diese Angewohnheit, diesen Segen nach jedem  Toilettengang zu rezitieren, nur solange es bei den eigenen vielen Öffnungen, vielen Höhlungen und deren Funktion zu keinen Störungen kommt.

Als freikirchliche, evangelikale Christen haben wir es nicht so mit vorgeschriebenen, vorformulierten Gebeten oder Ritualen, und das hat gute theologische Gründe; aber als Vorschlag statt als Vorschrift gesehen können z. B. gerade diese jüdischen Segenssprüche bei Allem und Jedem durchaus wertvoll sein, weil sie uns immer wieder daran erinnern, daß unser ganzes Leben, einschließlich nicht ehrenvollen [1] Aspekten, einen Gottesbezug hat, nicht nur die Stunde am Sonntagvormittag oder Mittwochabend, oder auch die tägliche Stille Zeit.

Und da stellt sich mir dann die Abschlußfrage: warum hat die eingangs erwähnte Gemeinde nicht auch den Segen zum Händewaschen (Netilat Jadajim,  hebräisch יָדַיִם נְטִילַת) über dem Waschbecken angebracht

Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns mit seinen Geboten geheiligt und uns befohlen hat, die Hände zu waschen.

Aber das war natürlich lange vor Covid-19.

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  1. 2. Timothäus 2, 20[]
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Schwierige Koalitionsverhandlungen in NÖ

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Die neue profil-Chefredakteurin Anna Thalhammer schreibt in der heutigen heutigen “profil Morgenpost” über das Scheitern der schwarz-ropten Koalitionsverhandlungen in Niederösterreich.

Angeblich hat noch-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die SPÖ-Forderungen (kostenlose Ganztagsbetreuung im Kindergarten, Ausweitung eines Pilotprojekts zur Jobgarantie für Langzeitarbeitslose, Heizpreisstopp für Haushalte, Anstellungsmodell für pflegende Angehörige, sowie eine Strukturoffensive für vernachlässigte Regionen) als “weitgehend standortgefährdend” bezeichnet.

Ich kann das nicht nachvollziehen. Wenn sie gesagt hättee, “Das können wir uns nicht leisten“, hätte ich das verstanden; aber “standortgefährdend“? Im Gegenteil, gerade in einer Zeit wo viele Firmen große Probleme haben, qualifiziertes Personal zu finden und zu halten, würden Maßnahmen, die das Land für die Menschen attraktiver machen, es auch als Standort für Firmen attraktiver machen.

Jetzt führt die ÖVP Koalitionsgespräche mit der FPÖ, und ein Erfolg dieser Gespräche wäre wirklich standortgefährdend.

Aber ein ganz großes und wesentliches Problem der ÖVP ist die innere Zerissenheit. Die Bünde, in die die Partei gegliedert ist, vor allem Bauernbund, ÖAAB, und Wirtschaftsbund, funktionieren fast wie separate Parteien, mit teilweise sehr unterschiedlichen Interessen. Man könnte sagen, die ÖVP ist selbst eine Koalition, und tut sich als solche nicht gerade leicht bei Koalitionsverhandlungen mit anderen. Das, was früher die ÖVP-Teilorganisationen verbunden hat, nämlich das christliche (katholische) Welt- und Menschenbild, verliert in der Politik immer mehr an Bedeutung, und damit wird der Zusammenhalt der Bünde immer schwächer.

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Wie kann ein Christ vermeiden, seinen Glauben zu kompromittieren?

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Diese Frage habe ich auf Quora beantwortet:

Wie kann ein Christ vermeiden, seinen Glauben zu kompromittieren?

  1. Indem er in einer christlichen Gemeinde mitlebt und -arbeitet sowie viel in der Bibel liest, eventuell mit Hilfe eines Katechismus o. ä., um überhaupt zu wissen, was sein Glaube alles umfaßt, und
  2. indem er dann auch bereit ist, von anders- und nichtgläubigen Mitmenschen belächelt, angefeindet, oder verfolgt zu werden, sowie die materiellen Nachteile klaglos zu ertragen, wenn er bei bestimmten Dingen nicht mitmacht oder Dinge tut, bei denen ihm nur Unverständnis entgegen schlägt.
  3. Das wird man sicher nur annähernd schaffen, und auch das nur, wenn man viel betet. Aber deshalb vertrauen wir auch nicht auf uns selbst sondern auf die Hilfe, Gnade, Barmherzigkeit, und Vergebung unseres Gottes.
  4. Dabei ist es wichtig, nicht bei jedem Gegenwind allzuschnell von “Verfolgung” zu reden. Ich glaube zwar, daß sich unsere Gesellschaft in eine Richtung bewegt, wo wir über kurz oder lang auch mit Verfolgung rechnen müssen, aber noch sind wir weit von all dem entfernt, womit Christen in Ländern wie China, Nordkorea, Kuba, und vielen islamischen Ländern leben (und sterben) müssen.

(Diese Punkte gelten natürlich auch für Frauen und Mädchen, auch wenn ich in der Antwort der Einfachheit halber die männlichen Formen verwende.)


Das Titelbild stammt vom Cover des gleichnamigen Buches von Ulrich Parzany, erschienen bei SCM Hänssler.

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Die traurigsten Worte, die je zu einem Sünder gesagt wurden

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Kurzvideo von Chad Bird:[1]

Die traurigsten Worte, die je zu einem Sünder gesagt wurde, war die Antwort der Priester an Judas Iskariot.

Als Judas erkannt hatte, daß Jesus zum Tod verurteilt worden war, ging er zum Tempel, zu den Priestern, die ihm die Silberlinge gezahlt hatten, damit er Jesus verraten würde. Er sagte, „Ich habe gesündigt, weil ich unschuldiges Blut verraten habe.“ Sie antworteten ihm mit den kältesten Worten die je ein Mensch gesagt hat: „Was geht uns das an? Kümmere dich selbst darum!“

Und leider tat Judas genau das. Er ging hin und brachte sich um.

Wenn uns jemand seine Sünden bekennt, dann ist das allerletzte, was wir jemals sagen sollen, „Was geht mich das an? Was geht es uns an? Kümmere dich selbst darum.“ Nein, wenn jemand seine Sünden bekennt, dann sagen wir, „Bruder, Schwester, dir ist vergeben. Wir haben einen guten, einen gnädigen, einen barmherzigen Gott. Er ist bereit und willens, dir zu vergeben. Sei guten Mutes und freue dich, dir ist vergeben.“

Nicht, „Kümmere dich selbst darum!“

Christus hat sich um unsere Sünden gekümmert. Er hat die Strafe bezahlt, für Alles, was wir je getan haben. Es ist Seine Vergebung, und nur Seine, die uns Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft schenkt.


Dieses Video wurde auf Facebook veröffentlicht. Transkription und deutsche Übersetzung von Wolf Paul mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Copyright 2023 by Chad Bird.

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  1. Chad Bird ist lutherischer Pastor, Theologe und Professor für Altes Testament und Hebräisch. Er hat für viele christliche Zeitschriften geschrieben und mehrere Bücher verfaßt.[]
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Keiner der lebt ist gerecht vor dir …

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Vor zwei Tagen habe ich einen Text von Chad Bird gepostet, über die „unzivilisierte und rebellische Gnade Gottes.“ Daraus sind ein paar Gespräche entstanden, die mich zum Nachdenken gebracht haben; und dann bin ich heute in der Komplet, dem Nachtgebet, auf einen Vers aus Psalm 143 gestoßen. Hier sind ein paar der Gedanken, die ich mir gemacht habe.

Man hört unter Evangelikalen oft die Meinung, fast den Lehrsatz, daß sich Gottes Volk im Alten Bund das Heil mühsam verdienen mußte, durch buchstabentreue Befolgung aller Gebote, während wir im Neuen Bund einen gnädigen Gott haben, und wie uns unsere Errettung nicht durch das Einhalten des Gesetzes verdienen müssen.

Aber der Schreiber des Hebräerbriefes macht deutlich, daß auch im Alten Bund die Menschen das Heil durch Vertrauen auf Gottes Gnade und Barmherzigkeit gesucht und gefunden haben; das Gesetz war nicht dafür da, die Menschen zu retten, sondern um sie zu lehren und unterweisen, wie sie als Volk Gottes leben sollen – und sie wußten recht gut, daß sie das Gesetz nicht perfekt eingehalten haben, und auf Gottes Treue, auf seine Gnade, angewiesen waren:

„Herr, höre mein Gebet, vernimm mein Flehen; in deiner Treue erhöre mich, in deiner Gerechtigkeit!
Geh mit deinem Knecht nicht ins Gericht; denn keiner, der lebt, ist gerecht vor dir.“[1]

Auch das Neue Testament ist voll mit Verhaltensanweisungen, also Geboten: sowohl Jesus als auch Paulus haben nicht mit ihnen gegeizt. Und genauso wie im Alten Bund sollen wir diese Gebote nicht befolgen, um uns das Heil zu verdienen, sondern weil sie beschreiben, wie wir als Gemeinde Jesu, d. h. als eingepflanzter Teil des Volkes Gottes, leben sollen.

Und auch wir wissen, daß wir diese Gebote Gottes auch nicht annähernd vollkommen einhalten; deshalb zitiert Paulus im Römerbrief aus Psalm 14: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Alle sind sie abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“

Das Volk Gottes besteht im Alten wie im Neuen Bund aus Sündern, die wissen, daß sie ganz und gar von der Gnade und Barmherzigkeit Gottes abhängig sind.

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  1. Psalm 143, aus dem heutigen Nachtgebet[]
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Die Bibel ist ein Gemeinschaftsbuch

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Ein Thema, das mich schon lange beschäftigt, ist die Tendenz unter uns Evangelikalen, theologische Erkenntnisse zu ignorieren oder sogar zu verteufeln — nämlich theologische Erkenntnisse vor der Gründung unserer eigenen Tradition, Kirche oder Gemeindebewegung. Ich glaube, daß das daher kommt, daß viele evangelikale Christen das Reformationsprinzip “sola Scriptura” mißverstehen als, “Meine Bibel und ich — sonst brauchts nichts.” Diese typische Einstellung vieler evangelikaler Christen sollte man eher als “nuda Scriptura” (die nackte Schrift) bezeichnen, und in der Praxis macht sie jeden Christen zu seinem eigenen Papst. Ich glaube aber nicht, daß Luther das so gemeint hat, hat er doch selbst in seiner Auslegung der Heiligen Schrift auch auf die Kirchenväter und ihre Einsichten zurückgegriffen. 

Kenneth Tanner argumentiert in diesem Beitrag, daß persönliche Bibellese zwar gut und nützlich ist, aber zu kurz greift: die Heilige Schrift muß in und mit der Kirche, der Gemeinde Jesu, gelesen werden, um richtig verstanden zu werden,


Ein Gastbeitrag von Kenneth Tanner[1]

Die Bibel ist ein Gemeinschaftsbuch.

Du kannst natürlich alleine dasitzen und die Bibel lesen, und der Heilige Geist wird deinen Verstand erleuchten und dein Herz bewegen, aber das ist nur ein sehr enger Teil der Wahrheit.

Dieses “persönliche” Bibellesen ist ein Mindestzugang, der von zu vielen Christen zum Maximalzugang erhoben wird.

Wir sollen die Heilige Schrift hören, wenn wir uns im Gottesdienst um den Tisch mit Brot und Wein versammeln;  wir sollen sie lesen (wenn wir sie lesen!) mit der gesamten Gemeinde Jesu durch alle Zeiten, die immer schon an allen möglichen Orten und unter den verschiedensten Menschen anzutreffen war (und immer noch ist).

Wir können die Heilige Schrift nicht mit Weisheit lesen ohne diese Gemeinschaft, die sie, durch viele Jahrhunderte und quer durch viele Sprachen, Kulturen, und Paradigmen, hervorgebracht, gesammelt, bewahrt, ausgelegt, gelehrt, gebetet, und gepredigt hat, und das schließt rabbinische und patristische Leser mit ein.

Wenn ich die Schrift nur mit der Familie lese, in der ich aufgewachsen bin, oder nur in der Tradition, in der ich zum Glauben gekommen bin und meine grundlegende Unterweisung (Katechese) erfahren habe oder sie nur im Kontext der Gesellschaft lese, in der ich lebe; wenn ich nur zeitgenössische Stimmen höre und nicht auch  Stimmen aus früheren Zeiten; wenn ich nur von Lesern aus meinem Lager, meiner Clique, meinem Volk oder meinem Stamm höre, und nicht auch dem bewährten Chor von weisen, Christus-bezogenen Lesern durch die ganze Kirchengeschichte, zuhöre, so läuft meine Bibellese Gefahr, nicht nur zu leicht eigenwilligen, sondern sogar zu abstrusen und sogar gefährlichen Ergebnissen zu kommen.

Wenn wir die Heilige Schrift mit der ganzen Gemeinde Jesu lesen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, daß wir die wahre Bedeutung jedes poetischen oder erzählenden Abschnitts, jeder Prophezeiung oder Gebotes, dort finden, wo sie allein zu finden sind: im fleischgewordenen Jesus.

Jesus Christus öffnet uns den Verstand um die Schrift zu verstehen, und das passiert in Gemeinschaft mit seinem  gebrochenen Leib.

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  1. Fr. Kenneth Tanner ist Pfarrer der anglikanischen Erlöserkirche in Rochester, Michigan, USA. Dieser Beitrag wurde am 3. Februar 2023 in englischer Sprache auf Facebook veröffentlicht und von Wolf Paul übersetzt.1

    Auch der englische Originalbeitrag ist hier verfügbar.

    Copyright © 2023 by Kenneth Tanner. Translated and posted here by permission.[]

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