Is Austria’s Solidarity With Israel Unconstitutional?

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When two days ago (Friday, 15th May 2021) the Austrian government expressed solidarity with Israel by flying the Israeli flag on the Chancellery and Foreign Ministry buildings, several particularly intelligent individuals (i.e. FPÖ chair Hofer as well as Facebook commenters) have opined that this expression of solidarity contravenes the consitutionally mandated perpetual neutrality of Austria.
 
 
But Austria’s neutrality has always been understood in military terms, not in terms of ideology or world view: The Austrian constitution itself just mentions neutrality but doesn’t define it, while the Neutrality Act of 1955 (which is considered part of the constitution) clearly defines it in military terms—no membership in alliances, no foreign military bases in Austria (see the attached screenshot).
 
During the talks which produced the Austrian State Treaty which in turn terminated Austria’s occupation by the WWII Allies, Austria’s negotiators in Moscow used the expression neutrality on the Swiss pattern to make clear that this was not a moral or ideological neutrality—hence Austria, while not a NATO member, was nevertheless always a western country, and today cannot be morally neutral vis-á-vis terrorist organizations such as Hamas.
 
It is this same Hamas which for a number of days has relentlessly been firing rockets at the Israeli civilian population; and they do this using bases and launchpads located in the midst of civilian residential areas, often next to hospitals and school—so that the inevitable and justified Israeli counter strikes will produce a high civilian death toll, including children, which can then be exploited for propaganda purposes.
 
In the face of this situation the demonstration of solidarity by the flying of the Israeli flag is clearly not unconstitutional or in contravention of Austria’s perpetual neutrality; rather, this solidarity is entirely appropriate especially given Austria’s history.  We should not forget that when Austria’s anthem waxes poetic about being “home to great sons” this includes the likes of Adolf Hitler and not a few of his henchmen—great, of course, in terms of their tragic impact on world history, not in the sense of moral greatness.
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Ist Österreichs Solidarität mit Israel verfassungswidrig?

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Nachdem vor zwei Tagen (Freitag, 14. Mai 2021) die österreichische Bundesregierung Solidarität mit Israel bekundet hat, indem am Bundeskanzleramt und am Außenministerium die israelische Fahne gehisst wurde, haben einige besonders kluge Zeitgenossen (auf Facebook, aber auch der blaune Parteivorsitzende Hofer) gemeint, diese österreichische Solidaritätsbekundung für Israel widerspräche der verfassungsgemäßen immerwährenden Neutralität Österreichs.
 
Aber die Neutralität ist in Österreich immer schon militärisch und nicht weltanschaulich verstanden worden: Die Verfassung selbst definiert Neutralität überhaupt nicht, während das Neutralitätsgesetz von 1955 (im Verfassungsrang) sie militärisch definiert – keine Bündniszugehörigkeit, keine fremden Stützpunkte (siehe angehängter Screenshot).
 
Bei den Verhandlungen zum Staatsvertrag, mit dem das Neutralitätsgesetz politisch zusammenhängt, haben Österreichs Verhandler in Moskau den Begriff Neutralität nach dem Muster der Schweiz benutzt, um klarzustellen, dass es sich dabei nicht um Gesinnungsneutralität  handeln könne – deshalb war Österreich, wenn auch nicht in der NATO, doch immer ein westliches Land, und kann heute nicht moralisch neutral sein gegenüber terroristischen Vereinigungen wie der Hamas.
 
Diese Hamas feuert seit Tagen ununterbrochen Raketen auf die israelische Zivilbevölkerung ab; und sie tut das von Stützpunkten und Abschußbasen aus, die eingebettet sind in zivile Wohngebiete, die sich unmittelbar neben Spitälern und Schulen befinden – damit die notwendigen und gerechtfertigten Gegenschläge Israels möglichst viele zivile Opfer, darunter auch Kinder, fordern.
 
Angesichts dieser Situation steht die symbolische Solidaritätsbekundung Österreichs gegenüber Israel durch das Hissen der israelischen Fahne, eindeutig nicht im Widerspruch zur Verfassung, und ist gerade in Bezug auf Österreichs Geschichte durchaus angebracht: Schließlich sollten wir nicht vergessen, daß “Heimat bist du großer Söhne” leider auch Typen wie AH und nicht wenige seiner Schergen umfaßt – “groß” natürlich im Sinne ihrer traurigen weltgeschichtlichen Bedeutung, nicht im Sinn von moralischer Größe.
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A Growing Tide of Antisemitism

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In an article on the occasion of the 60th anniversary of the Eichmann trial in Israel Holocaust historian Deborah E. Lipstadt writes,

«Today, amid a rising tide of antisemitism, I am troubled that so many people only see this scourge among their political enemies and never among their compatriots. This happens at both ends of the political spectrum.

But … the evil of antisemitism must be fought irrespective of its source. Even as I fight those with whom I have nothing in common and whose views are a complete anathema to me, so too must I call to account those whose views on other matters I share.»

This is an important thought, not only but especially in the context of antisemitism, and nowhere more so than in the countries directly responsible for the Shoah, including my country of Austria.

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Eine wachsende Welle von Antisemitismus

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In einem Artikel aus Anlaß des 60. Jahrestages des Eichmann-Prozesses in Israel schreibt die Holocaust-Historikerin Deborah E. Lipstadt,

«Angesichts der wachsende Welle von Antisemitismus, die wir heute sehen, beunruhigt mich, daß so viele Menschen diese Geißel nur unter ihren politischen Gegnern sehen, während sie für Antisemitismus in ihren eigenen Reihen blind sind. Dies trifft an beiden Enden des politischen Spektrums zu.

Aber … Antisemitismus muß bekämpft werden, egal wo er auftritt oder herkommt. Ich muß ihn nicht nur in denen bekämpfen, mit denen mich nichts verbindet und deren Ansichten ich verabscheue, sondern ich muß auch diejenigen zur Rechenschaft ziehen, deren Ansichten zu anderen Themen ich teile.»

Das ist eine wichtige Erkenntnis, nicht nur, aber ganz besonders im Hinblick auf Antisemitismus, und ganz besonders wichtig in den Ländern, die für die Schoah hauptverantwortlich waren.

 

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So wie es Israel ergeht, wird es uns allen ergehen

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Hoffer spricht davon, sich vorzustellen, was geschehen wäre, wenn 1967 die Araber den Krieg gewonnen hätten. Soviel Phantasie brauchen wir gar nicht; wir müssen uns nur ansehen, was aus dem “Arabischen Frühling” geworden ist, und was seither im Nahen Osten passiert.

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