Warum das Wohlstands-Evangelium NICHT die Botschaft Jesu ist

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Craig Greenfield, der mit seiner Familie seit rund zwanzig Jahren in Slums lebt und dient, sowohl in Kambodscha als auch in Vancouver, Kanada, hat einen Text auf Facebook gepostet, der mir besser als alles andere, was ich bisher gelesen und gehört habe, zu erklären scheint, warum das sogenannte Wohlstands-Evangelium nicht das wahre Evangelium, nicht die Botschaft Jesu, ist:

Ich habe eine Daumenregel: Wenn die Theologie eines Predigers nicht auf meine materiell armen christlichen Freunde in den Slums von Kambodscha anwendbar ist, dann ist etwas gewaltig faul daran — und zwar nicht am Glauben meiner Freunde.

Das Wohlstands-Evangelium legt UNS die Last auf, genug Glauben zu haben, damit wir die materiellen Segnungen Gottes nicht verpassen. Es impliziert, daß wir immer genug Geld haben und nicht pleite sein werden, solange wir uns nicht von den Tricks des Teufels in den Unglauben oder falsches Denken führen lassen.

Sehr oft, wenn Arme das hören, dann klingt das für sie verständlicherweise sehr attraktiv; sie versuchen dann krampfhaft, genug Glauben zu haben, um aus ihrer Armut zu entfliehen. Wem würde diese Hoffnung nicht gefallen? Und wenn Reiche das hören, dann sehen sie ihren Reichtum und ihre Privilegien als Gottes Segen.

Die Reichen können sich an diesem Wohlstands-Evangelium erfreuen, weil es ihren Platz in der Gesellschaft bestätigt. Im Gegensatz dazu werden die Armen über kurz oder lang immer niedergeschlagener, und manche werden sich sogar von ihrem Glauben verabschieden.

Das heißt nicht, daß uns Gott nicht auch materiell segnet, sondern daß es in dieser gefallenen Welt auch andere Faktoren gibt, die Menschen am Rand der Gesellschaft in der Armut festhalten — systemimmanente Ungerechtigkeit, das Horten von Besitztum durch die Reichen, Korruption, usw. Aus diesen Gründen werden viele von diesen Armen ihr Leben lang pleite sein — nicht, weil es ihnen an Glauben mangelt. Einige meiner Freunde in den Slums haben weitaus mehr Glauben, als viele privilegierte Menschen im Westen. Aber ihr wunderbarer Glauben wird durch dieses Wohlstands-Evangelium schlechtgemacht und zerstört.

Im besten Fall ist das Wohlstands-Evangelium eine Verzerrung der Wahrheit. Für uns privilegierte Menschen ist das kein großes Problem — uns geht’s so oder so gut. Aber im schlimmsten Fall führt das Wohlstands-Evangelium dazu, daß wir uns gut fühlen, während es uns erlaubt, systemimmanente Ungerechtigkeit zu ignorieren. Gleichzeitig fühlen sich die Armen beschissen und haben Schuldgefühle wegen ihrer Armut.

Meiner Meinung nach ist das genau das Gegenteil des Evangeliums (frohe Botschaft für die Armen, Lukas 4:18).

Was meint Ihr?

 

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“Goldenes Brett vorm Kopf” – Wenn Wissenschaft zu Sektierertum mutiert

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Am 18. Jänner 2021 schreibt Ortwin Rosner in der Wiener Tageszeitung “Der Standard” unter dem Titel, “Goldenes Brett vorm Kopf” – Wenn Wissenschaft zu Sektierertum mutiert, über die Verleihung des Negativ-Preises “Goldenes Brett vorm Kopf” an den deutschen Mediziner und Covid-Leugner Sucharit Bhakdi.

Es lohnt sich, den Artikel zu lesen. Mir kam dabei sofort die Bibelstelle in 1. Korinther 13:9+12 in den Sinn:

“Denn unser Wissen ist Stückwerk … Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.”

Ich habe keine Ahnung, was Ortwin Rosner über diese Bibelstelle oder über die Bibel ganz allgemein denkt, aber es paßt zu seinem Artikel.…

Ortwin Rosner, Jahrgang 1967, abgeschlossenes Studium der Germanistik und Philosophie in Wien, Diplomarbeit 2003 bei Wolfgang Müller-Funk mit dem Titel “Körper und Diskurs. Zur Thematisierung des Unbewussten in der Literatur anhand von E. T. A. Hoffmanns ‘Der Sandmann'”, erschienen 2006 im Peter-Lang-Verlag; lebt als Schriftsteller in Wien.

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Was bedeutet “FTP”?

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In meiner Lektüre in den vergangenen Monaten sind mir eine Reihe neuer Kürzel begegnet, wie zum Beispiel “BLM“. Vor kurzem ist mir ein anderes Kürzel aufgefallen, eines, das ich selbst oft verwende: FTP.

Untergekommen ist es mir in einem Kontext, wo es offenbar eine brutalere und umfangreichere Variante von “Defund the police” darstellte, mit dem Wortlaut, “F*ck the police“.

Das stellt natürlich eine Schwierigkeit für mich dar, denn wie schon gesagt verwende ich dieses Kürzel relativ oft, in seiner ursprünglichen Bedeutung von “File Transfer Protocol“, einem ehrwürdigen und schon etwas angegrautem Teil der Standard-Netzwerk-Programme in den Betriebssystemen UNIX und Linux (und inzwischen auch in den meisten anderen).

Deshalb möchte ich klarstellen, damit es zu keinen Mißverständnissen kommt:

Wenn ich das Kürzel “FTP” auf neutrale oder positive Weise verwende, dann bezieht sich das auf das File Transfer Protocol, auf die verschiedenen Programme, die es in den verschiedenen Betriebssystemen implementieren, sowie auf die Tätigkeit, mit diesen Programmen Datein zu kopieren. Weil es inzwischen bereits weit bequemere und effizientere Methoden gibt, Dateien zu kopieren, verwende ich es manchmal auch in negativer Weise mit der gleichen Bedeutung.

Ich werde dieses Kürzel fast nie in seiner neuen, “politischen” Bedeutung verwenden, weil ich dagegen bin, Worte auf diese Weise zu mißbrauchen, und weil ich auch nicht dafür bin, die Polizei zu mißbrauchen. Wenn es um Polizeibrutalität oder andere illegale Aktivitäten von Polizeibeamten geht (und ich zweifle nicht daran, daß es das gibt, denn Polizeiarbeit ist mit Machtausübung verbunden, und das ist sehr attraktiv für gestörte Menschen, die andere beherrschen wollen), dann gibt es passendere und effektivere Methoden, sich dagegen zu wehren, als der obszöne Vorschlag, den “FTP” impliziert.

 

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Der VfGH kippt das Verbot der Beihilfe zum Suizid

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Wie “Die Presse” berichtet, hat der Verfassungsgerichtshof entschieden, daß das Verbot “ausnahmslos jeder Art der Beihilfe zur Selbsttötung” verfassungswidrig ist.

Das ist ein halber Dammbruch:

Zum Einen bleibt die Tötung auf Verlangen weiterhin verboten und strafbar, und zum Anderen liegt es jetzt bei der Politik, den Rahmen abzustecken, innerhalb dessen die Beihilfe zur Selbsttötung erlaubt ist.

Das große Problem bei einem halben Dammbruch ist, daß die dadurch in Bewegung gesetzten Wassermassen früher oder später den ganzen Damm wegspülen. In diesem Fall heißt das, wenn wir es nicht schaffen, die Beihilfe zum Suizid so zu regeln, daß es der Verfassung entspricht, bleibt sie ungeregelt erlaubt, und dann wächst auch der Druck, die Tötung auf Verlangen zu erlauben, da sie ja nur eine Sonderform der Beihilfe zur Selbsttötung darstellt.

Eine Reaktion auf diese Entscheidung, die mir in den Sozialen Medien untergekommen ist, ist:

Wir müssen alles unternehmen, um sicherzustellen, daß in unserer Gesellschaft niemand den Wunsch verspürt, seinem Leben verfrüht ein Ende zu setzen.

Und während das ein lobenswerter Gedanke ist, ist er meiner Meinung nach auch eine Utopie. Realistisch gesehen kann man nicht sicherstellen, daß niemand so sehr am Leben verzweifelt, daß er es beenden will; dazu sind die Gründe dafür zu vielfältig.

Vielmehr müssen wir dafür eintreten, und unsere Parlamentarier müssen dafür eintreten, daß die Regierung möglichst bald neue Regeln formuliert, die den Schaden dieser Entscheidung möglichst begrenzt:

Wir müssen sicherstellen, daß niemand dazu gedrängt wird, sein irdisches Leben selbst oder mit fremder Hilfe verfrüht zu beenden, und daß es weiterhin erlaubt bleibt, diese neue Rechtslage als moralisch und ethisch problematisch zu bezeichnen.

Denn die Erfahrung in anderen Ländern, und auch auf anderen Gebieten, hat gezeigt, daß, sobald etwas einmal erlaubt ist, dann wächst sehr schnell der Druck, getrieben von vielen Interessen und Motiven, es auch zu tun: also z.B. lieber Schluß zu machen, als den Kindern und dem Gesundheitssystem zur Last zu fallen. Und es wächst dann auch der Druck, jede negative Meinungsäußerung zu dem Thema zu unterlassen oder massiv ausgegrenzt zu werden.

Wie bei so vielen anderen Themen glaube ich nicht, daß wir es schaffen werden, das Ruder komplett herumzureißen – in einer Demokratie kann eine “kleine Schar” (was wir lt. Jesus sind) nicht erwarten, die Gesetze ganz in unserem Sinne zu bestimmen — alle derartigen Versuche haben in der Vergangenheit zu negativen Entwicklungen geführt. Aber Selbstbestimmung gilt in unserer Gesellschaft als hohes und schützenswertes Gut, und unter diesem Titel müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, den Dammbruch möglichst lange aufzuhalten.

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Parlamentarische Gebetsfeier und die Zustände auf Lesbos

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Ich habe mich bis jetzt zurückgehalten mit einem Kommentar zur parlamentarischen Gebetsveranstaltung vorige Woche, weil ich genau DIE Bilder vor Augen hatte, die Klaus Schwertner hier beschreibt. Continue reading Parlamentarische Gebetsfeier und die Zustände auf Lesbos

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Pastor Olaf Latzel wegen “Volksverhetzung” verurteilt

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Ich bin betroffen aber nicht sonderlich erstaunt, daß Pfarrer Olaf Latzel von der Bremer St. Martini-Gemeinde vor zwei Tagen vom Bremer Amtsgericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von EUR 8100 verurteilt wurde.

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Strafprozess gegen Pastor Olaf Latzel ist fast zu Ende

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Der Strafprozess wegen “Volksverhetzung” gegen Olaf Latzel, Pastor der Bremer St. Martini-Gemeinde, ist fast zu Ende; das Urteil wird am kommenden Mittwoch erwartet.
 

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Nein, die Bürger von Weikendorf sind nicht rassistisch oder fremdenfeindlich …

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“Kurier” und andere Medien berichten:

«Noch bevor Gültekin und Özen den angeschossenen Polizisten zum Rettungswagen schleppen konnten, hatte der junge Palästinenser Osama Joda den Beamten hinter einer Betonbank in Sicherheit gebracht und ihm Erste Hilfe geleistet. Continue reading Nein, die Bürger von Weikendorf sind nicht rassistisch oder fremdenfeindlich …

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Nochmals: Um Probleme zu lösen, muß man sie benennen

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Ich komme, nach dem offenbar islamistischen Attentat in Wien, auf zwei Beiträge zurück, die ich in den letzten Tagen, nach den Anschlägen in Frankreich, gepostet habe: der Artikel in der NZZ, der das sonderbare Zögern von katholischen und evangelischen Bischöfen thematisiert, im Zusammenhang mit diesen Verbrechen das Wort “Islam” in den Mund zu nehmen, Continue reading Nochmals: Um Probleme zu lösen, muß man sie benennen

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