Warum das Wohlstands-Evangelium NICHT die Botschaft Jesu ist

Posted on Tags , ,

Craig Greenfield, der mit seiner Familie seit rund zwanzig Jahren in Slums lebt und dient, sowohl in Kambodscha als auch in Vancouver, Kanada, hat einen Text auf Facebook gepostet, der mir besser als alles andere, was ich bisher gelesen und gehört habe, zu erklären scheint, warum das sogenannte Wohlstands-Evangelium nicht das wahre Evangelium, nicht die Botschaft Jesu, ist:

Ich habe eine Daumenregel: Wenn die Theologie eines Predigers nicht auf meine materiell armen christlichen Freunde in den Slums von Kambodscha anwendbar ist, dann ist etwas gewaltig faul daran — und zwar nicht am Glauben meiner Freunde.

Das Wohlstands-Evangelium legt UNS die Last auf, genug Glauben zu haben, damit wir die materiellen Segnungen Gottes nicht verpassen. Es impliziert, daß wir immer genug Geld haben und nicht pleite sein werden, solange wir uns nicht von den Tricks des Teufels in den Unglauben oder falsches Denken führen lassen.

Sehr oft, wenn Arme das hören, dann klingt das für sie verständlicherweise sehr attraktiv; sie versuchen dann krampfhaft, genug Glauben zu haben, um aus ihrer Armut zu entfliehen. Wem würde diese Hoffnung nicht gefallen? Und wenn Reiche das hören, dann sehen sie ihren Reichtum und ihre Privilegien als Gottes Segen.

Die Reichen können sich an diesem Wohlstands-Evangelium erfreuen, weil es ihren Platz in der Gesellschaft bestätigt. Im Gegensatz dazu werden die Armen über kurz oder lang immer niedergeschlagener, und manche werden sich sogar von ihrem Glauben verabschieden.

Das heißt nicht, daß uns Gott nicht auch materiell segnet, sondern daß es in dieser gefallenen Welt auch andere Faktoren gibt, die Menschen am Rand der Gesellschaft in der Armut festhalten — systemimmanente Ungerechtigkeit, das Horten von Besitztum durch die Reichen, Korruption, usw. Aus diesen Gründen werden viele von diesen Armen ihr Leben lang pleite sein — nicht, weil es ihnen an Glauben mangelt. Einige meiner Freunde in den Slums haben weitaus mehr Glauben, als viele privilegierte Menschen im Westen. Aber ihr wunderbarer Glauben wird durch dieses Wohlstands-Evangelium schlechtgemacht und zerstört.

Im besten Fall ist das Wohlstands-Evangelium eine Verzerrung der Wahrheit. Für uns privilegierte Menschen ist das kein großes Problem — uns geht’s so oder so gut. Aber im schlimmsten Fall führt das Wohlstands-Evangelium dazu, daß wir uns gut fühlen, während es uns erlaubt, systemimmanente Ungerechtigkeit zu ignorieren. Gleichzeitig fühlen sich die Armen beschissen und haben Schuldgefühle wegen ihrer Armut.

Meiner Meinung nach ist das genau das Gegenteil des Evangeliums (frohe Botschaft für die Armen, Lukas 4:18).

Was meint Ihr?

 

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

Leistbare Bibel-Apps

Posted on Tags ,

Aus Anlass der Veröffentlichung der vollständigen Basisbibel vor etwas über einer Woche gab es auf Facebook einige Stimmen, welche die Preisgestaltung der verschiedenen Ausgaben der Basisbibel beklagten, insbesondere im Kontext des freikirchlichen Religionsunterrichts an österreichischen Schulen.

Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein; Tatsache ist, daß es nicht billig ist, eine hochwertig gedruckte und gebundene Bibel zu produzieren, und es ist umso teurer, umso geringer die Auflage (d.h. die Anzahl der produzierten Bücher) ist. Leider ist es eine Tatsache, daß im deutschen Sprachraum der Markt für Bibeln nicht riesig ist.

Aber heute hat ja bereits fast jeder, und vor allem die Jugendlichen, an die sich der Religionsunterricht wendet, ein Smartphone, fast ausschließlich Apple iPhone und diverse Android-Geräte, und daher bietet sich an, die Bibel als App zu verwenden.  Und gerade wenn es um die Basisbibel geht, aber auch die neue Lutherübersetzung (2017) oder die katholische Einheitsübersetzung (2016), gibt es kostenlose Apps sowohl für iPhone als auch für Android.

Tablets und iPads: Selbstverständlich sind diese Apps nicht nur für Smartphones, sondern auch Tablet-Computer, sowohl Android-Tablets als auch iPads, verwendbar.

Anmerkung zu Kindle Fire Tablets: Diese Tablets laufen unter einer von Amazon angepassten Version von Android, und haben meist Google Playstore nicht installiert. Die Links, die ich hier für Kindle Fire anbiete, sind entweder auf das Amazon Appstore, sofern es die betreffende App dort gibt, oder auf ein unabhängiges Appstore, Aptoide, von wo man Apps über den Webbrowser installieren kann.

Die-Bibel.de App

Von der Deutschen Bibelgesellschaft kommt eine App, für beide Plattformen, die nicht nur die Lutherbibel und die Basisbibel enthält, sondern eine ganze Reihe von Übersetzungen:

Das Beste an dieser App ist, daß sie völlig kostenlos ist: weder für die App selbst, noch für die Bibelausgaben, wird ein Kaufpreis fällig.

Die App gibt es hier:

KonApp

Ebenfalls von der Deutschen Bibelgesellschaft, und speziell für Jugendliche (Konfirmanden), gibt es die KonApp, mit der Lutherbibel 2017 und der BasisBibel. Auch diese App ist kostenlos.

Hier sind Links für die KonApp:

 

Für katholische Religionslehrer und ihre Schüler gibts die …

Einheitsübersetzung

Die Einheitsübersetzung ist die approbierte (für den liturgischen Gebrauch zugelassene) Bibelübersetzung für alle deutschsprachigen Bistümer (Diözesen) der römisch-katholischen Kirche. Die Endfassung der ersten Ausgabe erschien Ende der 1970er Jahre. Im Jahr 2002 beschloß die Deutsche Bischofskonferenz eine Revision der Einheitsübersetzung; die Arbeiten daran begannen 2006 und wurden 2013 abgeschloßen; im Frühjahr 2016 wurde die Übersetzung vom Vatikan approbiert und ist seit Herbst 2016 erhältlich.

Das Katholische Bibelwerk bietet eine App mit dem Text der Einheitsübersetzung 2016 an, sowohl für Apple iPhone als auch für Android, und so wie die Apps der Deutschen Bibelgesellschaft kostenlos.

Hier sind die Links:

Neben diesen Apps, die sozusagen die verbindlichen Ausgaben der evangelischen und katholischen deutschen Bibelübersetzungen darstellen, gibt es noch eine Vielzahl von Bibelapps von den verschiedensten Anbietern, alle über die jeweiligen Appstores erhältlich, die meisten kostenlos, und von unterschiedlicher Qualität.

YouVersion

Ich möchte noch eine App erwähnen, die eine Vielzahl von Bibelübersetzungen in den verschiedensten Sprachen anbietet. Die App ist kostenlos; alle Bibelübersetzungen können kostenlos online (d.h. mit Internet-Verbindung) gelesen werden; die wichtigsten Übersetzungen können auch runtergeladen werden, um sie offline zu verwenden..

Die YouVersion App ist ein Angebot der Life.Church in Edmond, Oklahoma, USA, und bietet neben den Bibeltexten auch Bibellesepläne, die Möglichkeit, Notizen zu machen, Textstellen zu markieren, Lesezeichen zu setzen, Bibelstellen mit Freunden zu teilen, und vieles mehr.

Hier sind die Links:

Andere Bibelprogramme

Auch für Windows und MacOS gibt es viele verschiedene Programme, von kostenlosen (e-Sword, Online Bible, Olive Tree Bible Study) zu relativ teuren kommerziellen (Logos Bible Software, Accordance). Die meisten haben einige kostenlose Bibelübersetzungen, sowie eine breite Auswahl an Übersetzungen, die käuflich erworben werden können, zu ganz unterschiedlichen Preisen, die von den Copyright-Besitzern abhängig sind.

Hier sind einige davon:

Web-Bibeln

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, die verschiedensten Übersetzungen in verschiedenen Sprachen mit einem Webbrowser zu lesen; das ist vor allem dann nützlich, wenn man zwischen vielen verschiedenen Computern wechselt, oder in einem Internet-Cafe lesen möchte.

Ich hoffe, diese Informationen sind hilfreich!

 

 

 

 

 

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

“Goldenes Brett vorm Kopf” – Wenn Wissenschaft zu Sektierertum mutiert

Posted on Tags , ,

Am 18. Jänner 2021 schreibt Ortwin Rosner in der Wiener Tageszeitung “Der Standard” unter dem Titel, “Goldenes Brett vorm Kopf” – Wenn Wissenschaft zu Sektierertum mutiert, über die Verleihung des Negativ-Preises “Goldenes Brett vorm Kopf” an den deutschen Mediziner und Covid-Leugner Sucharit Bhakdi.

Es lohnt sich, den Artikel zu lesen. Mir kam dabei sofort die Bibelstelle in 1. Korinther 13:9+12 in den Sinn:

“Denn unser Wissen ist Stückwerk … Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.”

Ich habe keine Ahnung, was Ortwin Rosner über diese Bibelstelle oder über die Bibel ganz allgemein denkt, aber es paßt zu seinem Artikel.…

Ortwin Rosner, Jahrgang 1967, abgeschlossenes Studium der Germanistik und Philosophie in Wien, Diplomarbeit 2003 bei Wolfgang Müller-Funk mit dem Titel “Körper und Diskurs. Zur Thematisierung des Unbewussten in der Literatur anhand von E. T. A. Hoffmanns ‘Der Sandmann'”, erschienen 2006 im Peter-Lang-Verlag; lebt als Schriftsteller in Wien.

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

Was bedeutet “FTP”?

Posted on Tags , , , ,

In meiner Lektüre in den vergangenen Monaten sind mir eine Reihe neuer Kürzel begegnet, wie zum Beispiel “BLM“. Vor kurzem ist mir ein anderes Kürzel aufgefallen, eines, das ich selbst oft verwende: FTP.

Untergekommen ist es mir in einem Kontext, wo es offenbar eine brutalere und umfangreichere Variante von “Defund the police” darstellte, mit dem Wortlaut, “F*ck the police“.

Das stellt natürlich eine Schwierigkeit für mich dar, denn wie schon gesagt verwende ich dieses Kürzel relativ oft, in seiner ursprünglichen Bedeutung von “File Transfer Protocol“, einem ehrwürdigen und schon etwas angegrautem Teil der Standard-Netzwerk-Programme in den Betriebssystemen UNIX und Linux (und inzwischen auch in den meisten anderen).

Deshalb möchte ich klarstellen, damit es zu keinen Mißverständnissen kommt:

Wenn ich das Kürzel “FTP” auf neutrale oder positive Weise verwende, dann bezieht sich das auf das File Transfer Protocol, auf die verschiedenen Programme, die es in den verschiedenen Betriebssystemen implementieren, sowie auf die Tätigkeit, mit diesen Programmen Datein zu kopieren. Weil es inzwischen bereits weit bequemere und effizientere Methoden gibt, Dateien zu kopieren, verwende ich es manchmal auch in negativer Weise mit der gleichen Bedeutung.

Ich werde dieses Kürzel fast nie in seiner neuen, “politischen” Bedeutung verwenden, weil ich dagegen bin, Worte auf diese Weise zu mißbrauchen, und weil ich auch nicht dafür bin, die Polizei zu mißbrauchen. Wenn es um Polizeibrutalität oder andere illegale Aktivitäten von Polizeibeamten geht (und ich zweifle nicht daran, daß es das gibt, denn Polizeiarbeit ist mit Machtausübung verbunden, und das ist sehr attraktiv für gestörte Menschen, die andere beherrschen wollen), dann gibt es passendere und effektivere Methoden, sich dagegen zu wehren, als der obszöne Vorschlag, den “FTP” impliziert.

 

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

Prophetische Entschuldigungen?

Posted on Tags ,

In einem Artikel mit dem auf ersten Blick reißerischen Titel “Bürgerkrieg im charismatischen Lager wegen falscher Prophetien von Trump-Sieg” berichtet die Journalistin Julia Duin über die Reaktionen darauf, daß moderne “Propheten”, vor allem aus dem Lager der  “New Apostolic Reformation” (NAR), Präsident Trump eine zweite Amtszeit prophezeit haben, und sich jetzt entweder dafür entschuldigen, oder aber alle möglichen Erklärungen dafür erfinden, warum sie trotzdem recht gehabt haben. Und manche der geschilderten gegenseitigen Anfeindungen lassen den reißerischen Titel durchaus passend erscheinen.

Ich habe die Entschuldigungen von Vallotton, Sandford, und Johnson gelesen bzw angeschaut. Der Elefant im Porzellanladen, den sie alle ignorieren, sind diese Verse in 5. Mose18:20-22 (sowie ähnliche Verse, z.B. in Hesekiel):

“Doch wenn ein Prophet so vermessen ist, dass er redet in meinem Namen, was ich ihm nicht geboten habe, und wenn einer redet in dem Namen anderer Götter, dieser Prophet soll sterben. Wenn du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken, welches Wort der HERR nicht geredet hat? – wenn der Prophet redet in dem Namen des HERRN und es wird nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das der HERR nicht geredet hat. Der Prophet hat’s aus Vermessenheit geredet; darum scheue dich nicht vor ihm.”

Es ist ganz einfach: ein Prophet, dessen Vorhersagen nicht eintreten, ist ein falscher Prophet (auch wenn Kris Vallotton das in seiner Entschuldigung explizit leugnet) – und wenn wir auch falsche Propheten heutzutage nicht mehr umbringen, ist eine schnelle Entschuldigung und dann zurück zur Tagesordnung wohl kaum eine ausreichende Reaktion.

Viele von uns sind diesen modernen Propheten von Anfang an skeptisch gegenübergestanden, auch solche unter uns, die nicht a priori ausschließen, daß Gott immer noch prophetisch redet. Der Grund dafür ist, daß der “prophetische Dienst” dieser modernen Propheten nicht dem biblischen Modell entspricht. Prophetie in der Bibel dreht sich in erster Linie darum, das Volk Gottes zur Buße zu rufen, nicht um Zukunftsvorhersagen und vage Wohlfühl-Botschaften. Und das biblische Modell läßt keinen Raum dafür, mal recht zu haben und das nächste mal nicht: wenn du nicht recht hast mit einer Vorhersage, dann bist du ein falscher Prophet und solltest zumindest ab diesem Zeitpunkt den Mund halten und deinen “prophetischen Dienst” beenden.

Und einige von uns, darunter auch ich, sind sehr besorgt über die Tatsache, daß auch viele nüchternere Leiter in der Pfingst- und charismatischen Bewegung, sowie auch Teile der katholischen Kirche, von diesen modernen “Propheten” zunehmend angetan sind, wie man an der breiten Akzeptanz der “Awakening Europe“-Veranstaltungen sieht, deren Organisatoren aus dem NAR-Lager kommen und wo solche moderne Propheten als Redner auftreten.

Für mich ist eine Folge davon, daß ich meine Beteiligung an Versöhnungsinitiativen, wo solche Propheten zunehmend positiv gesehen werden, zu hinterfragen begonnen habe. Ich werde sehen, wohin mich das führt.

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

“Progressive” Dummheit …

Posted on Tags , ,

Ich habe hier schon viel geschrieben über die Unsäglichkeiten, die von Präsident Trump und seinen republikanischen Unterstützern kommen, und am Mittwoch werden wir noch mehr von diesem Unsinn erleben.

Aber auch die Demokraten können es. Nicht nur, daß sich Joe Biden als superfrommer Katholik gibt, während er gleichzeitig ignoriert, was die katholische Kirche zu Abtreibung und sexueller Moral und Ethik zu sagen hat, hatten wir gestern (3. Januar 2021) ein Paradebeispiel für “progressiven” Unsinn bei der Eröffnung der neuen Legislaturperiode im US-amerikanischen Kongress.

Zum Auftakt verlas der Kongressabgeordnete Emanuel Cleaver von den Demokraten, der auch Methodistenpastor ist, ein Gebet, das im Wesentlichen dem Aaronitischen Segen (Birkat Kohanim) entspricht:

“Möge der Gott, der die Welt erschaffen hat, und alles was in ihr ist, uns segnen und behüten.
Möge der Herr sein Antlitz leuchten lassen über uns und uns gnädig sein.
Möge der Herr das Licht seines Angesichts über uns erheben und uns Frieden schenken – Frieden in unseren Familien, Frieden in diesem Land, und, wenn ich es wagen darf, darum zu bitten, o Herr, Frieden auch in dieser Kammer, jetzt und allezeit.”

So weit, so gut. Dann aber wurde es sehr eigenartig. Hier ist der Schluß des Gebets:

“Wir bitten dies im Namen des monotheistischen Gottes, Brahma, und der Götter, die in vielen verschiedenen Religionen mit vielen verschiedenen Namen bekannt sind. Amen und Awoman.”

Es stellen sich ein paar Fragen:

1. Sollte ein Methodistenpastor im Namen von “Brahma, und der Götter, die in vielen verschiedenen Religionen mit vielen verschiedenen Namen bekannt sind” beten?

2. Sollte ein Methodistenpastor nicht eigentlich wissen, daß “Amen” hebräisch ist und nichts, aber auch gar nichts, mit “man/men” und “woman/women” zu tun hat?

3. Sollte jemand, der gebildet genug ist, um seinen Bundesstaat im Kongress zu vertreten, nicht wissen, daß es rein sprachlich keinen Sinn macht, Gott im Namen Gottes um etwas zu bitten? Wenn man die Dreieinigkeit durch viele verschiedene Götter ersetzt, dann ist die Formel “beten im Namen von …” nicht nur theologisch unsinnig, sondern ist auch sprachlich Unsinn. Wenn zu mir jemand sagt, “Ich bitte dich im Namen von Wolf, daß Du mir EUR100 borgst,” frage ich mich, ob er noch alle Tassen im Schrank hat.

Jemand hat als Kommentar auf das Video unten geschrieben, “Wenn du schon ‘woke’ sein mußt, dann sei wenigstens ein gebildeter ‘woke'”. Aber diese Ideologie als “woke” zu bezeichnen, ist eine Beleidigung für die afroamerikanische Community, die den Begriff “woke” geprägt hat für jemanden, der für ethnische und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten wach ist, nicht für die Schicki-Micki-Ideologien der linken Eliten.

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

Wenn prominente Christen versagen …

Posted on Tags ,

Eine katholische Freundin stellte auf Facebook die Frage, wie freikirchliche Christen auf die Verfehlungen von prominenten evangelikalen Christen wie Carl Lentz (Hillsong NYC) und Ravi Zacharias reagieren. 

Und es geht ja nicht nur um Ravi Zacharias und Carl Lentz:

In Amerika gab es im August den Rücktritt von Jerry Falwell Jr. von der Liberty University, wegen einer Affaire seiner Frau mit einem Badewärter, bei der Jerry Falwell angeblich als Zuschauer beteiligt war, ebenfalls im August den Rücktritt von John Ortberg von der Menlo Church, nachdem er seinen Sohn Jugendarbeit machen ließ, obwohl er von dessen pädophilen Neigungen wußte, im Februar die Entlassung von James MacDonald von der Harvest Bible Chapel nach einer Vielzahl glaubwürdiger Vorwürfe, vor allem finanzieller Art, usw., usf. allein in Amerika. Auch mit dazu gehört der Skandal bei den Southern Baptists, nachdem zwei Zeitungen dokumentierten, daß Pastoren und ähnliche Mitarbeiter nach glaubwürdigen Mißbrauchsvorwürfen einfach in anderen Gemeinden wieder angestellt wurden, wo sich der Mißbrauch wiederholte, und die Führung der SBC sich zunächst mit Hinweis auf die Autonomie der Ortsgemeinden abzuputzen versuchte.

In England gab es die Skandale im evangelikalen Flügel der Anglikanischen Kirche um John Smyth und die Iwerne Camps für Buben, und im vorigen Jahr den Skandal um John Fletcher von der Emmanuel Church in Wimbledon, beide mit glaubwürdigen Vorwürfen sexuell/sadistischer Mißhandlung, im einen Fall von Jugendlichen, im anderen von Erwachsenen. In den Anglikanischen Kirchen von Kanada und Australien gab es in den letzten Jahren Untersuchungen von Übergriffen, teilweise in Internaten für Indigene, teilweise in Pfarren.

Wir haben also als weltweite evangelikale Bewegung wahrhaftig keinen Grund, mit dem Finger auf Mißbrauch in der römisch-katholischen Kirche zu zeigen (beziehungsweise, wie meine Mutter sagte, “Wenn du mit dem Finger auf andere zeigt, zeigen drei Finger auf dich selbst!”). Und alle diese Fälle in “unseren” Kreisen zeigen , daß man es sich zu einfach macht, wenn man das Problem dem priesterlichen Zölibat in der röm.-kath Kirche in die Schuhe schiebt, oder auch, was Evangelikale gerne tun, darauf hinweist, daß in der röm.-kath. Kirche eben eine klare Bekehrungslehre fehlt – denn “unsere” Mißbrauchstäter sind in der Regel sowohl bekehrt als auch verheiratet.

Ich kann natürlich nicht für die ganze evangelikale Bewegung sprechen, auch nicht für alle Freikirchler in Österreich, und ich werde mich hier mit meinen Reaktionen auf Jerry Falwell, Ravi Zacharias und Carl Lentz beschränken; vieles trifft allerdings auf auf alle anderen Fälle zu.

  1. Trauer. Meine erste  Reaktion ist immer Trauer, weil das Zeugnis für Jesus verdunkelt und entstellt wird. Ich finde es auch extrem traurig, gerade in Ravi Zacharias’ Fall, für seine Frau und seine Kinder: was für ein “Weihnachtsgeschenk”, knapp ein halbes Jahr nach seinem Tod. Aber auch für Carl Lentz’ Familie, sowie für die Gemeinde ist das traurig, für die Familien all der anderen genannten und nicht genannten Täter, sowie für die Mitglieder ihrer Gemeinden, die ihnen vertraut haben. 
     
  2. Enttäuschung. Ich persönlich kann nicht sagen, daß ich von Carl Lentz’ “Sündenfall” besonders enttäuscht bin; “Ent-täuscht” heißt ja, daß man etwas anderes erwartet hat, getäuscht war, und nun ent-täuscht ist, d.h.  von der Täuschung geheilt. Ich habe Lentz’ Celebrity-Stil und das fast schon erotische Image, das er sich aufgebaut hatte, immer schon unpassend gefunden, und sein Sündenfall hat mich nicht sonderlich überrascht. Ziemlich das gleiche gilt für Jerry Falwell Jr von der Liberty University: ich war von den Anschuldigungen nicht sonderlich überrascht; wer sich so wie er mit offener Hose fotografieren läßt, und das Bild dann auf Instagram hochlädt, will auffallen, und zwar mit seiner “Männlichkeit” auffallen — da war schon klar, daß nicht alles in Ordnung ist. Ganz anders ist das bei Ravi Zacharias, der mich immer beeindruckt hat, sowohl mit seinen Argumenten als auch mit dem verbindlichen Stil, wie er mit Zwischenrufern in seinen Vorträgen umgegangen ist. Ich habe auch persönliche Freunde, die Mitarbeiter bei RZIM/Zachariasinstitut sind. Ich war von den Vorwürfen, die vor über einem Jahr auftauchten, daß er eine “Sexting”-Beziehung zu einer Frau in Toronto unterhielt, schockiert, habe aber seine Zurückweisung dieser Vorwürfe akzeptiert. Dann kam sein Kampf mit dem Krebs und sein Tod, und schließlich wie aus blauem Himmel die Vorwürfe von sexuellen Übergriffen gegen Angestellte in Massagesalons, deren Miteigentümer er war. Ich hatte zwar keine Ahnung, wie glaubwürdig die Anschuldigungen waren, aber ich war schon allein von der Tatsache enttäuscht, daß jemand in seiner Position Miteigentümer von Massagesalons ist – das erscheint mir vollkommen unpassend. Nun kam im Dezember das erste Zwischenergebnis der Untersuchung, die der Vorstand von RZIM beauftragt hat, und hat diese Vorwürfe bestätigt, und Hinweise für noch ärgeres Fehlverhalten in den Raum gestellt. Die Enttäuschung ist groß.

  3. Aufsichtsverfehlung. In all diesen Fällen ist ein völliges Versagen der existierenden Aufsichtsorgane mit schuld, zumindest daran, daß das jeweilige Fehlverhalten nicht sofort abgestellt wurde, sondern teilweise mehrere Jahr lang dauerte. Bei Carl Lentz hätten die Ältesten der Hillsong NYC, und auch die Hillsong-Leitung in Australien, schon längst einschreiten müssen wegen des unpassenden Images, das Carl kultiviert hat. Beim Vorstand von RZIM hätte man Ravi von allem Anfang an darauf hinweisen müssen, daß die Mitbesitzerschaft von Massagesalons in seiner Position absolut unpassend ist, und spätestens nach der “Sexting-Affaire” vor über einem Jahr hätten alle Alarmglocken läuten müssen. Im Fall von Jerry Falwell von der Liberty University hätte der Vorstand auch viel früher eingreifen müssen; schon lange vor Bekanntwerden der sonderbaren Beziehung zwischen ihm, seiner Frau, und einem Badewärter war sein Verhalten in vieler Hinsicht unpassend für den Präsidenten der weltgrößten christlichen Universität.

  4. Podesterhebung. Wir neigen dazu, prominente, beeindruckende Christen auf ein Podest zu heben und zu vergessen, daß sie auch nur durch Gottes Gnade erlöste, sündige Menschen. Das ist unter anderem deshalb ein Problem, weil manche Menschen, die auf einem Podest stehen, früher oder später glauben, daß sie dorthin gehören, weil sie soviel besser sind als all die anderen, die um das Podest herumstehen. Sie beginnen zu glauben, daß sie ausgenommen sind von den Regeln, die für alle anderen gelten. Und wir, die wir um das Podest herumstehen, sind so von ihnen beeindruckt, daß wir alle Warnsignale, daß etwas nicht stimmt, übersehen — auch wenn wir als Älteste oder Vorstandsmitglieder eigentlich eine Aufsichtspflicht haben. Ich persönlich glaube, daß in solchen Fällen, sobald das Versagen der Aufsichtsorgane feststeht, diese Organe völlig neu aufgestellt gehören: neue Älteste, neue Vorstandsmitglieder, usw.

  5. Ministry-Namen. Ich bin schon seit längerem davon überzeugt, daß es absolut unpassend ist, christliche Ministry-Organisationen nach Menschen zu benennen. Die Benennung mit dem Namen eines Menschen drückt unter anderem Eigentum/Besitz aus, und das mag für eine Firma o.k. sein, aber für einen Dienst im Reich Gottes, der ja nicht Menschen sondern Gott gehört, ist das unpassend.

    Es ist offensichtlich auch unklug. Es wird RZIM/Zacharias-Institut kaum gelingen, die Assoziation mit den Verfehlungen ihres Gründers und Namensgebers abzuschütten, wenn sie sich nicht mit einem anderem Namen völlig neu erfinden. Auch seine Bücher und Videos werden viel von ihrem Nutzen eingebüßt haben (das erste christliche Rundfunk-Netzwerk hat bereits angekündigt, seine Vorträge aus dem Programm zu nehmen; christliche Buchhandlungen werden ähnlich reagieren). In England mußte die Stiftung, welche die Iwerne-Camps verantwortet hat, wo John Smyth sich jahrelang des Mißbrauchs schuldig gemacht hatte, ihren Namen ändern, und hat inzwischen die Camps komplett eingestellt.

    Das funktioniert übrigens auch in umgekehrter Richtung: Durch Franklin Grahams Verbindung mit der Billy Graham Evangelistic Association wird der Name seines Vaters auf Dauer mit den ungeschickten politischen Wortmeldungen von Franklin assoziiert sein.

    Ich bin so froh, daß die missionarische Bewegung, durch die ich zum Glauben gekommen bin, und der ich immer noch als Voluntär verbunden bin, nicht George Verwer Ministries heißt – gerade weil ich George als demütigen Diener Gottes kenne, der Operation Mobilisation als Gottes Werk, und nicht als sein Lebenswerk betrachtet.

Letztlich müssen wir folgendes im Auge behalten:

Wenn solche Dinge passieren (und ich glaube, die sind immer passiert, und werden immer wieder passieren, bis Jesus zurückkommt, nur haben wir früher, ohne Internet, viel weniger davon gehört), dann zeigt sich, ob wir Jesus folgen, oder irgendwelchen christlichen Celebrities und Führern.

Es ist ja auch nicht so, als wäre alles, was wir von diesen “gefallenen” Lehrern gelernt haben, schlecht; wie ein altes Sprichwort besagt, kann Gott auch mit krummen Menschen gerade Linien ziehen.

Vor vielen Jahren schon bin ich auf die Stelle in Hesekiel 44 gestoßen, wo es heißt,

… die Leviten, die von mir abgewichen sind, als Israel von mir abfiel und irreging, ihren Götzen nach, die sollen ihre Sünde tragen und sollen in meinem Heiligtum Dienst tun als Hüter an den Türen des Hauses und als Diener des Hauses. Sie sollen das Brandopfer und das Schlachtopfer für das Volk schlachten und sollen vor ihnen stehen und ihnen dienen.

Auch Christen, christliche Leiter, Prediger, Pastoren, Priester, usw., die von Gott “abgewichen” sind (und im Kontext von Hes. 34 handelt es sich um Götzendienst, keine “läßliche” Sünde!), können also weiterhin dem Gottesvolk dienen – weil der Erfolg ihres Dienstes nicht von ihnen, sondern von Gott abhängt. Wenn es offenbar wird, daß sie von Gott abgefallen sind, oder in Sünde gefallen sind, müssen wir sie Gott überlassen, und uns selbst neu auf IHN ausrichten, statt auf fehlerhafte Menschen fixiert zu sein.

In einem Blog, der sich mit solchen Leiter-Fehltritten und Skandalen befaßt, habe ich einen Artikel gefunden, der sich mit einem verwandten Phänomen beschäftigt. Dort sagt die Autorin, Anne Paulk,

Die harte Tatsache ist, daß Menschen fallen und versagen können. Ehen können kaputtgehen. Leiter können uns schwer enttäuschen.

In solchen Zeiten schaue ich ganz bewußt auf Den, der niemals versagt, der vollkommen treu ist, und die Namen “Tröster” und “Friedefürst” trägt.

Jesus wußte, daß Menschen versagen, und er sagte, 

“Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.” (Matthäus 7,24+25)

Jesu Autorität ist viel größer, als die jedes Menschen. Er sagte,  “Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.” (Matthäus 24,35)

Wir müssen aufhören, christlichen Leitern den einflußreichsten Platz in unserem Leben zu geben, und müssen Jesus an die erste Stelle setzen.

Haben wir alle Hoffnung verloren?

Wenn sich unsere  Hoffnung primär auf einen christlichen Leiter, Pastor, oder irgendeinen anderen Menschen gründet, dann haben wir tatsächlich alle Hoffnung verloren. Aber wenn du deine Hoffnung auf den Einen setzt, der nie versagt, dann wirst du auch nicht enttäuscht werden.

(Guest Opinion: How Should Christians Respond When Leaders Go Astray?)

Das sind weise Worte, an die ich mich auch zu halten versuche.

Und noch etwas zum Abschluß:

Ich weiß schon, es ist viel leichter, zu sagen, “Ich werde für dich beten!” als es dann auch regelmäßig zu tun. Es wäre aber schon viel gewonnen, wenn wir jedesmal, wenn wir an diese “Skandale” denken, für die Betroffenen, auch die Schuldigen, beten, statt nur in Gedanken zu schimpfen oder zu jammern.

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

Weihnachten

Posted on Tags ,

Von Fr. Kenneth Tanner:

Weihnachten — da geht es nicht um Großsein, sondern um Kleinsein; nicht um Stärke, sondern um Schwäche; nicht um Macht oder Zwang, sondern um Einladung und Willkommen. Weihnachten hängt nicht davon ab, daß wir seine Freude und sein Licht annehmen.

Weihnachten — das geschieht am Rand, außerhalb des Rampenlichts. Weihnachten entzieht sich den Stolzen, den Prahlern, und bedroht jede Form von Politik: ob Herodianisch oder Römisch, Britisch oder Irisch, Indisch oder Pakistanisch, Russisch oder Amerikanisch, Chinesisch oder Koreanisch, Iranisch oder Irakisch.

Weihnachten — da geht es um die Verletzbarkeit Gottes, um die Offenbarung im Menschenform, daß Gott der Diener Seines Universums ist; daß wir, wenn wir mit Gott der Schöpfung dienen, teilhaben an einer verborgenen Bedeutungslosigkeit, die doch irgendwie alles zusammenhält.

Der menschliche Gott wirkt so, wie es die besten Diener tun: kaum wahrnehmbar. Das kommt uns mysteriös vor, weil sich die Welt Macht auffällig und protzig vorstellt, aber Liebe (und das ist ganz einfach was Gott ist) legt die Arroganz ab und schmückt sich mit Armut.

Gibt es einen letzten Moment in der Geschichte, wenn die Gemeinde Jesu ganz sichtbar die Mittel der Welt — das Recht auf Selbstverteidigung, die Vergötzung von Waffen — ablehnt, und stattdessen beschließt, unsere Schwerter in Pflugscharen und unsere Speere in Sicheln umzuschmieden?

Werden wir dahin kommen, für unsere Verteidigung und Rechtfertigung auf die Demut und Schwachheit Gottes in Jesus Christus zu vertrauen — statt auf unsere Rüstung, unseren Zorn, und unser Recht, für uns selbst aufzustehen — und dadurch den bereits auf Golgotha errungenen Sieg über die Finsternis sichtbar zu machen?

Was, wenn das Ende erst nach einem riesigen, noch nie dagewesenen Abschlachten von Christen kommt, nach einer weltweiten Kreuzigung des Leibes Christi, in der die Gemeinde Jesu, in Nachahmung ihres Herrn, stirbt und wieder aufersteht aus der Asche ihrer Vernichtung, durch den Heiligen Geist?

Was, wenn Gott Alles in Allem ist, weil das kreuzförmige Muster der Liebe, die das Universum beherrscht, die alle Dinge zusammenhält und Allem, was lebt, Atem gibt, seine Bestätigung findet in einem besonderen, gekreuzigten und auferstandenen Volk, dessen Haupt Christus ist?

Letztendlich, so sagt uns Jesus, werden wir nicht dadurch siegen, daß wir unser Leben verteidigen, noch dadurch, daß wir unsere Rechte und Privilegien festhalten, sondern indem wir unser Leben hingeben, damit die Welt lebt. Darum geht es in jeder echten Feier von Weihnachten.

Wie Stephen Colbert kürzlich gesagt hat: „Die Botschaft Christi ist nicht, daß du mich nicht umbringen kannst. Die Botschaft Christi ist, daß du mich umbringen kannst, und das ist nicht der Tod.“


„Denn es war das Leben, das vor uns erschienen ist, wir sahen es, waren seine Augenzeugen, und berichten euch jetzt davon. Das war das wahre Leben aller Zeiten, das Leben, das immer schon beim Vater war, das für uns sterbliche Menschen als Person sichtbar wurde.“

1. Johannes 1,2 (nach Phillips)


Copyright © 2020 by Kenneth Tanner.
Fr. Kenneth Tanner ist Pastor der anglikanischen Erlöserkirche in Rochester Hills, Michigan, USA. Übersetzt von Wolf Paul. Gemälde: Arcabas
Das englische Original dieses Artikels wurde ursprünglich hier auf Facebook gepostet.

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

Gott Stillen

Posted on Tags , , 1 Comment on Gott Stillen
Sein Gesicht
angeschmiegt an
ihre Brust.

So also
sieht er aus.
Von dem die Propheten sprachen.
Den der Engel angekündigt hat.

Sie spürt Josefs Blick.
Maria flüstert,
“Er sieht aus wie wir!”
“YHWH sieht aus wie wir.”

Seine Stupsnase
sucht nach Milch.
Mit zitternden Fingern
versucht sie
den Mund Gottes aufzumachen.
Zieht seinen Kopf
näher an ihre Brust.
Näher an ihr Herz.

Und so
trinkt Gott zum ersten Mal.
Im Haus eines Fremden.
Vom Leib
eines galiläischen Teenagers.
Schlürfend und schluckend
wie ein hungriges Lamm.

Die Erinnerungen an Alles,
was bis hierher geführt hat
fließen durch ihren Leib.
Tränen der Erleichterung
rinnen über ihre olivfarbigen Wangen,
fallen auf ihren Neugeborenen.

Josef streicht ihr
zart über die Stirn;
sie schließt die Augen,
sieht auf zum Himmel,
und kann nicht anders
als Gott zu danken
... der jetzt in ihren Armen liegt.

Immanuel:
Gott
mit
uns.

GOTT STILLEN
David Tensen
www.davidtensen.com
Dez 2020

David Tensen ist ein Redner, Autor, Berater und Tainer, sowie auch ein Dichter. Er kombiniert eine einzigartige Fusion aus Erfahrung, von Wirtschaft bis Leiterschaft, emotionaler Gesundheit bis geistlichem Wachstum. David und seine Frau Natalie haben drei Kinder und wohnen an der “Sunshine Coast” in Queensland, Australien.

Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.

Weihnachtliche Kindheitserinnerung

Posted on Tags , , 1 Comment on Weihnachtliche Kindheitserinnerung

(There is an English version of this post here)

In meiner Kindheit hing in unserem Wohnzimmer ein Bild der Madonna mit Kind, eine Reproduktion eines Gemäldes von Albin Egger-Lienz.

Dieses Bild sah aus wie die linke Hälfte des Bildes oben auf dieser Seite, “Vier Hirten”, und es hat einen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen, wahrscheinlich weil es in seiner Einfachheit so ganz anders ist, als die üblichen Statuen und Bilder der Madonna im katholischen Österreich. So haben z.B. weder Mutter noch Kind einen Heiligenschein1 Das Farbschema des Bildes kommuniziert für mich Ruhe, Gelassenheit, Geborgenheit.

Ich habe hier das Bild “Vier Hirten” gepostet, statt nur die Madonna mit Kind, weil es sehr gut zur Weihnachtszeit paßt.

Albin Egger-Lienz wurde 1868 in Lienz in Osttirol geboren, und hat vor allem in München, Wien, und Tirol gelebt und gearbeitet. Er starb 1926. Sein Ruf und seine Rezeption nach dem zweiten Weltkrieg haben darunter gelitten, daß sein Werk von etlichen ranghohen Nazis geschätzt und gelobt wurde — aber 1909 hat auch Leo Trotzki sein Werk gelobt.

  1. Egger-Lienz hat dieses Madonna mit Kind Motiv mehrmals gemalt, teilweise in anderen Farben, und teilweise auch mit Heiligenscheinen.
Ich erlaube auf diesem Blog keine Kommentare. Den Grund dafür und weitere Informationen findest Du auf der Seite Datenschutz.