“Ablass” ist ein großes Hindernis für die christliche Einheit

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Dieser Artikel hat mich nachdenklich und traurig gemacht:

Pope says Catholics can receive plenary indulgence for Guadalupe devotion

Eine der Ideen, gegen die sich die Reformation gewandt hat, war die des Ablasses:

nicht nur des Handels damit (Tetzel: „Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“), sondern grundsätzlich die Vorstellung, daß man durch bestimmte gute Werke Sündenstrafen erlassen bekommen kann.

Nach dem Neuen Testament ist die Strafe der Sünde der TodDenn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. (Römer 6,23 Lutherbibel 2017); die Bibel kennt zwar neben dieser Strafe auch noch irdische Folgen der Sünde (gegen die auch kein Ablass hilft), aber keine Unterscheidung zwischen zeitlichen und ewigen Strafen für die Sünde. Wenn Gott Sünde vergibt (und das tut er auf der Basis von Jesu Opfertod am Kreuz, und nicht auf der Basis unserer guten Werke), dann vergibt er auch die Strafe für die Sünde, und wir benötigen keinen “Ablass” mehr.

Die Tatsache, daß die römisch-katholische Kirche zwar den Handel mit Ablässen verboten hat, aber das Konzept des Anlasses an sich immer noch beibehält, ist aus klassisch reformierter Sicht eines der ganz großen Hindernisse für die Ökumene. Die von Christus erwirkte Vergebung und Erlösung ist nicht in der Verfügungsgewalt von Menschen. Ja, in der Beichte spricht uns ein Mensch die Vergebung zuDa sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. (Johannes 20,21-23 Lutherbibel 2017), aber einzig auf Grundlage von Christi Erlösungswerk, nicht auf der Grundlage von willkürlichen Bedingungen, wie in diesem Artikel beschrieben.

Ich habe viele liebe Glaubensgeschwister in der römisch-katholischen Kirche, mit denen ich mich im Glauben an Jesus, an seinen Tod und seine Auferstehung, und an seine baldige Wiederkunft verbunden fühle, und am Runden Tisch arbeiten wir für die Versöhnung der Christen und auch der Kirchen, aber für die Einheit der Kirchen stellt dieses Thema ein unüberwindbares Hindernis dar.

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