Sexuell wie Jesus

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Anmerkung des Übersetzers: Dieser Artikel zitiert amerikanische Statistiken, aber es ist meine Erfahrung, daß die Situation in Europa und der ganzen “westlichen” Welt nicht viel anders ist, und dieser Artikel daher auch in unserem Sprachraum ein wertvoller Gedankenanstoß sein kann.


Das Original dieses Artikels ist hier zu finden: https://www.churchandculture.org/blog/2020/9/10/sexual-like-jesus

Sexuell wie Jesus

Von James Emery White -10. September 2020
 

Zunächst das “Was.” Dann mein Versuch, das “Warum” zu erklären.

Das “Was:” Laut einer aktuellen Umfrage des Pew Research Center sagen die Hälfte aller amerikanischen Christen daß “beiläufiger” Sex (d.h. Sex außerhalb einer festen, romantischen Beziehung) zwischen willigen Erwachsenen in Ordnung ist. Wenn man “beiläufig” wegläßt, aber immer noch außerhalb der Ehe, dann finden das rund 60% in Ordnung.

Und jetzt das “Warum:”

Ich behaupte, daß diese Antworten daher rühren, daß die meisten Christen das wahre Evangelium eingetauscht haben für das, was Christian Smith einmal “moralistisch-therapeutischen Deismus” genannt hat. Ein schwieriger Begriff, aber er trifft den Kern der Sache. Es meint einen Glauben, bei dem es darum geht, brav zu sein und sich gut zu fühlen.

Wenn man das auf Sex anwendet, dann geht es dabei um die “Reinheitskultur”, in der alles darum geht, vor der Ehe sexuell abstinent zu sein, statt darum, in einer Beziehung zu Jesus zu sein, die einen motiviert, Ihn auch sexuell zu ehren. Das sind wirklich zwei grundverschiedene Dinge.

Wenn sich beim Glauben und Sex alles darum dreht, außerhalb der Ehe keinen Sex zu haben, dann ist die Verzweiflung der Menschen vorprogrammiert. Sie wissen intuitiv, daß sie diese “Regel” nicht einhalten können. Was tun sie also? Entweder geben sie den Glauben auf, oder, wie diese Umfrage zeigt, sie revidieren den Glauben, so daß er Sex außerhalb der Ehe nicht mehr verdammt.

Aber all das geht komplett am Evangelium vorbei.

Die Botschaft des Evangeliums hat nichts damit zu tun, sich sexuell rein zu halten. Im Gegenteil, die Botschaft des Evangeliums ist, daß sich niemand sexuell rein halten kann. Die Botschaft des Evangeliums ist, daß wir zu Jesus kommen können und Vergebung empfangen für alle und jede Sünde, durch sein Leiden und Sterben am Kreuz, und daß wir dann, aus dieser wiederhergestellten Beziehung zu Gott, ein verwandeltes Herz empfangen welches sich, unter anderem, bemüht, zunehmend in sexueller Reinheit zu leben. Und wenn wir in diesem Bemühen versagen, können wir wieder von dem Quell der Vergebung trinken.

Das ist kein Freibrief zum Sündigen, auf daß die Gnade noch größer wird. Aber es ist ein Freibrief für die Erkenntnis, daß das ja schließlich der Grund dafür ist, daß wir Jesus brauchen: weil wir ohne Ihn kein Jesus-mäßiges Leben führen können.

Die Antwort ist nicht, sexuelle Sünde “in Ordnung” zu nennen. Die Antwort ist, sexuelle Sünde immer noch Sünde zu nennen. Die tiefere Antwort ist zuzulassen, daß uns das transformierende Wirken Jesu in unserem Leben zu immer größerer sexueller Reinheit, in Gedanken und Werken, ruft. Die Antwort ist, so mit der mächtigen Gegenwart des Heiligen Geistes zu kooperieren, daß immer größere Teile unseres Sexuallebens unter seiner Führung verwandelt werden.

Darum geht es also:

… sexuell immer mehr wie Jesus zu sein als noch vor einem Jahr.

Quellen:

Jeff Diamant, “Half of U.S. Christians Say Casual Sex Between Consenting Adults Is Sometimes or Always Acceptable,” Pew Research Center, August 31, 2020, read online.

 

James Emery White ist der Gründer und Senior Pastor der Mecklenburg Community Church in Charlotte, North Carolina; Präsident von Serious Times, Inc., einem Dienst an der Schnittstelle von Glauben und Kultur und Betreiber der Website ChurchAndCulture.org, wo Dr. Whites Predigten und Artikel veröffentlicht werden. Er ist “Adjunct Professor” für Theologie und Kultur am Gordon-Conwell Theological Seminary, dessen vierter Präsident er war; und er ist Autor von mehr als zwanzig Büchern, die in zehn Sprachen übersetzt wurden.

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